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CBD kann beeinflussen, wie dein Körper Medikamente verarbeitet. Manche Wirkstoffe werden dadurch langsamer abgebaut und bleiben länger im Körper. Andere Medikamente können dagegen an Wirkung verlieren. Das kann sowohl die Wirksamkeit als auch das Risiko für Nebenwirkungen verändern.
Nimmst du Medikamente ein? Sprich unbedingt zuerst mit deinem Arzt oder Apotheker, bevor du CBD verwendest.
Dein Körper nutzt Enzyme, um Medikamente abzubauen. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Cytochrom-P450-Enzymsystem (CYP450). Diese Enzyme befinden sich unter anderem in der Leber und sind an der Verarbeitung vieler Medikamente beteiligt.
CBD kann bestimmte Enzyme hemmen, darunter CYP2C19. Dadurch werden manche Medikamente langsamer abgebaut und ihre Konzentration im Blut kann steigen. Das kann das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.
Es kann aber auch das Gegenteil passieren. Einige Medikamente müssen durch bestimmte Enzyme erst in ihre wirksame Form umgewandelt werden. Hemmt CBD diesen Prozess, kann das Medikament möglicherweise schlechter wirken. Welche Folgen das hat, hängt vom jeweiligen Wirkstoff und der Dosierung ab.
Steht in der Packungsbeilage deines Medikaments ein Warnhinweis zu Grapefruit oder Grapefruitsaft? Dann ist auch bei CBD Vorsicht geboten. CBD kann ebenfalls Enzyme beeinflussen, die für den Abbau von Medikamenten wichtig sind. Zwar wirkt CBD nicht genauso wie Grapefruit, ein solcher Warnhinweis ist aber ein guter Grund, besonders vorsichtig zu sein.
Hat dein Medikament einen Grapefruit-Warnhinweis? Verwende CBD erst, nachdem du mit deinem Arzt oder Apotheker gesprochen hast.
Für verschiedene Medikamente wurden mögliche Wechselwirkungen mit CBD untersucht. Hier findest du einige wichtige Beispiele. Manche Wechselwirkungen sind wissenschaftlich nachgewiesen, während andere aufgrund der Wirkweise der Medikamente vermutet werden.
Bei Warfarin sind Fälle bekannt, in denen die gleichzeitige Einnahme von CBD die Blutgerinnung beeinflusst hat. Dabei stieg der sogenannte INR-Wert an. Dieser Wert gibt Auskunft darüber, wie schnell das Blut gerinnt. Ein erhöhter INR-Wert kann bedeuten, dass das Blut langsamer gerinnt und das Blutungsrisiko steigt.
Auch bei anderen Blutgerinnungshemmern wie Phenprocoumon oder Acenocoumarol ist Vorsicht geboten. Diese Wirkstoffe gehören wie Warfarin zu den Vitamin-K-Antagonisten. Ihre Wechselwirkungen mit CBD sind jedoch weniger gut untersucht. Wenn du eines dieser Medikamente einnimmst, solltest du die Verwendung von CBD unbedingt mit deinem behandelnden Arzt besprechen, insbesondere wenn deine Gerinnungswerte regelmäßig kontrolliert werden.
Bei Clopidogrel besteht ein anderes mögliches Risiko. Dieses Medikament hilft, die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern, muss dafür aber zunächst im Körper aktiviert werden. CBD kann ein Enzym hemmen, das für diese Aktivierung benötigt wird. Dadurch könnte Clopidogrel weniger wirksam sein.
CBD kann dazu führen, dass bestimmte Antidepressiva langsamer abgebaut werden. Untersucht wurde das unter anderem beim Wirkstoff Citalopram.
In einer kleinen Studie wurden bei gleichzeitiger Einnahme von CBD höhere Citalopram-Konzentrationen im Blut festgestellt. Dadurch könnte das Risiko für Nebenwirkungen steigen. Ob tatsächlich häufiger Beschwerden auftreten, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass CBD die Verarbeitung dieses Medikaments beeinflussen kann.
Wenn CBD zusammen mit Schlaf- oder Beruhigungsmitteln eingenommen wird, kann es zu stärkerer Müdigkeit und Benommenheit kommen. Das gilt beispielsweise für Benzodiazepine wie Oxazepam und Diazepam.
Dabei geht es nicht nur um den Abbau der Medikamente. CBD und Beruhigungsmittel können sich auch in ihrer dämpfenden Wirkung gegenseitig verstärken. Dadurch kannst du schläfriger oder schwindeliger werden und langsamer reagieren.
Auch bei starken Schmerzmitteln wie Oxycodon und anderen Opioiden ist besondere Vorsicht geboten. Vor allem das Autofahren oder Bedienen von Maschinen kann dadurch gefährlich werden.
Bei einigen Medikamenten gegen Epilepsie sind Wechselwirkungen mit CBD eindeutig nachgewiesen. So kann CBD bei Clobazam dazu führen, dass ein wirksames Abbauprodukt länger im Körper bleibt. Dadurch kann die beruhigende Wirkung stärker ausfallen und das Risiko für Nebenwirkungen steigen.
Bei Valproat (Valproinsäure) kann die Kombination mit CBD das Risiko für erhöhte Leberwerte steigern. Solche Veränderungen können auf eine Belastung oder Schädigung der Leber hinweisen. Deshalb kann der behandelnde Arzt regelmäßige Blutuntersuchungen durchführen, um die Leberfunktion zu kontrollieren.
Es gibt außerdem ein verschreibungspflichtiges Medikament, das CBD als Wirkstoff enthält: Epidyolex. Es wird zur Behandlung bestimmter Epilepsieformen eingesetzt, darunter das Dravet-Syndrom, das Lennox-Gastaut-Syndrom und epileptische Anfälle im Zusammenhang mit tuberöser Sklerose. Beim Dravet- und Lennox-Gastaut-Syndrom wird Epidyolex als Zusatztherapie in Kombination mit Clobazam angewendet. Bei tuberöser Sklerose wird es zusammen mit anderen Epilepsiemedikamenten eingesetzt. Die Behandlung erfolgt unter fachärztlicher Betreuung.
Epidyolex ist ein zugelassenes Arzneimittel und nicht mit frei verkäuflichem CBD-Öl gleichzusetzen.
Bei Tacrolimus wurde in einer Studie nachgewiesen, dass CBD die Konzentration dieses Medikaments im Blut deutlich erhöhen kann. Tacrolimus wird unter anderem nach Organtransplantationen eingesetzt, um eine Abstoßung des transplantierten Organs zu verhindern. Zu hohe Tacrolimus-Spiegel können ernsthafte Nebenwirkungen verursachen. Deshalb wird die Wirkstoffkonzentration im Blut regelmäßig kontrolliert. Nimmst du Tacrolimus ein? Dann sprich unbedingt mit deinem behandelnden Arzt, bevor du CBD verwendest.
Die Menge an CBD kann einen Einfluss auf mögliche Wechselwirkungen haben. Viele Studien wurden mit hohen, medizinisch eingesetzten CBD-Dosierungen durchgeführt. Über die Risiken bei niedrigeren Dosierungen ist bislang weniger bekannt.
Eine niedrige CBD-Dosis bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Kombination mit Medikamenten unbedenklich ist. Auch die Einnahme zu unterschiedlichen Tageszeiten verhindert Wechselwirkungen nicht unbedingt. Denn CBD kann den Abbau von Medikamenten über einen längeren Zeitraum beeinflussen und nicht nur unmittelbar nach der Einnahme.
Noah van Knippenberg
Content-Spezialist Novus Fumus
Noah van Knippenberg schreibt für Novus Fumus über Anbautechniken, Pilze und Smartshop-Themen. Aus seiner Praxiserfahrung heraus übersetzt er komplexe Themen in zugängliche und zuverlässige Informationen.
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