Was ist Cannabis? Alles über Marihuana und Haschisch

  • , Von Noah van Knippenberg
  • 10 min Lesezeit
Close-up van groene cannabisplant met karakteristieke bladeren

Cannabis ist ein Sammelbegriff für Produkte der Cannabispflanze, darunter Marihuana und Haschisch. Die Pflanze enthält Cannabinoide wie THC und CBD. Vor allem THC ist für seine psychoaktive Wirkung bekannt, durch die man sich high oder stoned fühlen kann.

Im Folgenden erfährst du, was Cannabis ist, worin sich Marihuana, Haschisch und Hanf unterscheiden, welche Wirkung Cannabis haben kann und welche Risiken mit dem Konsum verbunden sind.

Was ist die Cannabispflanze?

Für Marihuana und Haschisch werden vor allem die Blüten der Cannabispflanze verwendet. Marihuana besteht aus getrockneten Cannabisblüten. Haschisch wird aus dem Harz hergestellt, das sich auf und rund um diese Blüten befindet.

Die Cannabispflanze enthält Hunderte verschiedene Inhaltsstoffe. Eine wichtige Gruppe davon sind die Cannabinoide, zu denen unter anderem THC, CBD und THCa gehören. Als Hanf werden meist Cannabissorten bezeichnet, die beispielsweise für Fasern und Samen angebaut werden und in der Regel nur wenig THC enthalten. Aus Hanffasern werden unter anderem Textilien, Papier und Seile hergestellt.

Cannabisblüten, Papers und ein vorgedrehter Joint auf einem Tisch

Was ist der Unterschied zwischen Cannabis, Marihuana, Haschisch und Hanf?

Unterschied zwischen Cannabis, Marihuana, Haschisch und Hanf
Begriff Bedeutung
Cannabis Oberbegriff für die Cannabispflanze und die daraus hergestellten Produkte.
Marihuana Die getrockneten Blüten der Cannabispflanze.
Haschisch Ein Produkt, das aus dem Harz der Cannabisblüten hergestellt wird.
Hanf Bezeichnung, die meist für Cannabis mit einem niedrigen THC-Gehalt verwendet wird, das beispielsweise für Fasern und Samen angebaut wird.

Cannabis und Hanf sind also nicht einfach zwei völlig unterschiedliche Pflanzen. In der Praxis wird vor allem anhand ihrer Eigenschaften, des THC-Gehalts und ihres Verwendungszwecks unterschieden.

Welche Stoffe sind in Cannabis enthalten?

Die Cannabispflanze enthält Hunderte verschiedene Stoffe, darunter mehr als hundert Cannabinoide. THC und CBD gehören zu den bekanntesten.

THC

THC steht für Tetrahydrocannabinol. Es ist das bekannteste psychoaktive Cannabinoid in Cannabis und hauptsächlich für das typische High- oder Stoned-Gefühl verantwortlich. THC kann unter anderem die Stimmung, Wahrnehmung, Konzentration, Reaktionsfähigkeit und das Zeitempfinden beeinflussen.

Du möchtest mehr über THC erfahren? Dann lies unseren Blog Was ist THC?

CBD

CBD steht für Cannabidiol. Genau wie THC ist es ein Cannabinoid aus Cannabis, verursacht jedoch nicht den für THC typischen psychoaktiven Rausch.

Du möchtest mehr über CBD erfahren? Dann lies unseren Blog Was ist CBD?

THCa

THCa steht für Tetrahydrocannabinolsäure und ist eine natürliche Vorstufe von THC. Ein großer Teil des THC-Potenzials der Cannabispflanze liegt zunächst in Form von THCa vor. Durch Erhitzen kann THCa in THC umgewandelt werden. Dieser Vorgang wird als Decarboxylierung bezeichnet. THCa selbst wirkt nicht psychoaktiv wie THC.

Du möchtest mehr über THCa erfahren? Dann lies unseren Blog Was ist THCa?

Braune Haschischstücke auf einem hellen Hintergrund

Wie wirkt Cannabis?

Die Wirkung von Cannabis kann von Person zu Person und je nach Situation unterschiedlich ausfallen. Manche Menschen empfinden Entspannung oder Euphorie, während Cannabis bei anderen Unruhe oder Angst auslösen kann.

Mögliche Wirkungen sind unter anderem:

  • ein entspanntes oder euphorisches Gefühl;
  • häufigeres Lachen oder Kichern;
  • gesteigerter Appetit;
  • eine veränderte Wahrnehmung von Zeit;
  • eine intensivere Wahrnehmung von Musik, Essen und anderen Sinneseindrücken;
  • rote Augen und ein trockener Mund;
  • Konzentrationsschwierigkeiten;
  • vorübergehende Vergesslichkeit.

Cannabis kann jedoch auch unangenehme Wirkungen hervorrufen, zum Beispiel:

  • Schwindel;
  • Übelkeit;
  • Angst;
  • Panik;
  • Paranoia;
  • Verwirrtheit.

High oder stoned

Die Begriffe high und stoned werden häufig verwendet, um unterschiedliche Cannabiswirkungen zu beschreiben. Mit high meinen Konsumenten meist eher mentale Effekte wie Euphorie oder eine veränderte Wahrnehmung. Stoned beschreibt dagegen häufiger ein schweres, entspanntes oder träges Körpergefühl – den bekannten „Couch-Lock“.

Drug, Set und Setting

Wie Cannabis auf jemanden wirkt, hängt nicht nur vom Produkt selbst ab. Auch die Person und ihre Umgebung spielen eine wichtige Rolle. Häufig wird dies mit den Begriffen Drug, Set und Setting zusammengefasst.

  • Drug: das Produkt, seine Stärke und die konsumierte Menge.
  • Set: deine Stimmung, Erwartungen, persönliche Empfindlichkeit und bisherigen Erfahrungen.
  • Setting: die Umgebung und die Menschen, mit denen du zusammen bist.

Deshalb kann dieselbe Cannabisart zu unterschiedlichen Zeitpunkten ganz verschieden erlebt werden.

Wie wird Cannabis konsumiert?

Cannabis kann auf verschiedene Arten konsumiert werden. Die Konsumform beeinflusst vor allem, wie schnell die Wirkung einsetzt und wie lange sie anhält.

Rauchen

Marihuana und Haschisch werden häufig geraucht, zum Beispiel in einem Joint oder einer Pfeife. Bei der Verbrennung entsteht Rauch mit Stoffen, die die Atemwege und die Lunge schädigen können.

Cannabis wird außerdem häufig zusammen mit Tabak geraucht. In diesem Fall kommen die gesundheitlichen Risiken von Tabakrauch und die suchterzeugende Wirkung von Nikotin hinzu.

Verdampfen

Mit einem Kräutervaporizer wird Cannabis erhitzt, ohne das Pflanzenmaterial direkt zu verbrennen.

Ein Vaporizer ist nicht dasselbe wie eine THC-Vape. Vape-Produkte enthalten in der Regel eine Flüssigkeit oder ein Konzentrat.

Edibles

Cannabis kann auch in Lebensmitteln verarbeitet werden. Bekannte Beispiele sind Space Cakes und Gummies. Solche Produkte werden als Edibles bezeichnet. Bei Edibles dauert es länger, bis die Wirkung einsetzt, als beim Inhalieren von Cannabis. Anschließend kann die Wirkung jedoch auch deutlich länger anhalten. Gerade weil die Wirkung verzögert einsetzt, lässt sich schwerer einschätzen, wie intensiv sie letztendlich ausfallen wird.

Cannabisöl

Cannabis gibt es auch in Form von Öl, das oral eingenommen wird. Welche Cannabinoide ein solches Öl enthält und wie hoch deren Konzentration ist, hängt vom jeweiligen Produkt ab.

Wie lange wirkt Cannabis?

Wie lange die Wirkung anhält, hängt unter anderem von der Konsumform, der Menge, der Zusammensetzung des Produkts und der persönlichen Empfindlichkeit ab.

Beim Rauchen oder Verdampfen machen sich die Effekte meist innerhalb weniger Minuten bemerkbar. Die stärkste Wirkung tritt relativ schnell ein und lässt anschließend allmählich wieder nach.

Bei Edibles dauert es länger, bis erste Effekte spürbar werden. Das kann etwa eine bis eineinhalb Stunden dauern. Die Wirkung kann anschließend mehrere Stunden anhalten und hält in der Regel länger an als beim Inhalieren von Cannabis.

Wie lange Cannabis wirkt, ist nicht dasselbe wie die Zeitspanne, in der Cannabis nachweisbar bleibt. THC und seine Abbauprodukte können noch im Körper gefunden werden, wenn sich jemand längst nicht mehr high fühlt.

Du möchtest wissen, wie lange Cannabis in Blut, Speichel, Urin oder Haaren nachweisbar sein kann? Dann lies unseren Artikel Wie lange ist THC im Körper nachweisbar?

Welche Risiken hat Cannabis?

Der Konsum von Cannabis ist nicht ohne Risiken. Wie groß diese ausfallen, hängt unter anderem von der konsumierten Menge, der Häufigkeit des Konsums, dem Alter beim ersten Konsum, der Stärke des Cannabisprodukts, der Konsumform und der persönlichen Empfindlichkeit ab.

Risiken während und kurz nach dem Konsum

Cannabis beeinflusst vorübergehend die Art und Weise, wie du denkst, reagierst und deine Umgebung wahrnimmst. Während des Konsums können deshalb unter anderem folgende Beschwerden auftreten:

  • verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit;
  • vorübergehende Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis;
  • eine langsamere Reaktionsfähigkeit;
  • eine eingeschränkte Koordination;
  • Schwindel oder Ohnmacht aufgrund von Veränderungen des Blutdrucks;
  • Angst, Panik, Paranoia oder Verwirrtheit;
  • eine erhöhte Herzfrequenz;
  • Übelkeit, insbesondere wenn die Wirkung stärker ausfällt als erwartet.

Wie stark diese Effekte auftreten, ist von Person zu Person unterschiedlich. Eine hohe THC-Menge, wenig Erfahrung, eine negative Stimmung oder eine unangenehme Umgebung können das Risiko einer negativen Erfahrung erhöhen.

Risiken bei häufigem und langfristigem Konsum

Bei regelmäßigem Cannabiskonsum kann sich eine Toleranz entwickeln. Der Körper gewöhnt sich an die Wirkung, sodass möglicherweise eine größere Menge benötigt wird, um denselben Effekt zu erzielen. Häufiger und langfristiger Konsum erhöht außerdem das Risiko einer Abhängigkeit.

Cannabis kann während des Konsums das Gedächtnis, die Konzentration und die Lernfähigkeit beeinträchtigen. Laut Jellinek wird das Gedächtnis bei langfristigem, moderatem Konsum in der Regel nicht dauerhaft geschädigt. Menschen, die bereits vor ihrem 17. Lebensjahr mit dem Cannabiskonsum beginnen oder über einen sehr langen Zeitraum intensiv konsumieren, können möglicherweise länger an Gedächtnisproblemen leiden.

Wer viel und regelmäßig Cannabis konsumiert, kann nach dem Absetzen außerdem Entzugserscheinungen bekommen. Dazu gehören beispielsweise Schlafprobleme, Reizbarkeit, Unruhe, Kopfschmerzen, Schwitzen und ein starkes Verlangen nach Cannabis.

Cannabiskonsum in jungen Jahren

Wer bereits in jungen Jahren mit dem Cannabiskonsum beginnt, geht zusätzliche Risiken ein. Ein früher Einstieg erhöht die Wahrscheinlichkeit, später häufig oder täglich Cannabis zu konsumieren. Dadurch steigt auch das Risiko einer Abhängigkeit und anderer Probleme.

Cannabis kann während des Konsums das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und die Lernfähigkeit beeinträchtigen. Laut Jellinek können Menschen, die bereits vor ihrem 17. Lebensjahr mit dem Cannabiskonsum beginnen oder über einen sehr langen Zeitraum intensiv konsumieren, möglicherweise auch länger unter Gedächtnisproblemen leiden.

Cannabis, Psychosen und Schizophrenie

Cannabis kann Angst, Misstrauen und Paranoia hervorrufen. Bei manchen Menschen können zudem ernstere psychische Beschwerden auftreten, darunter Psychosen.

Besonders Menschen mit einer Veranlagung für psychotische Erkrankungen wie Schizophrenie haben ein erhöhtes Risiko. Bei entsprechend anfälligen Personen kann Cannabis psychotische Beschwerden auslösen oder bestehende Symptome verschlimmern. Ein früher Einstieg in den Cannabiskonsum stellt dabei einen zusätzlichen Risikofaktor dar.

Das bedeutet nicht, dass jeder, der Cannabis konsumiert, an Schizophrenie erkrankt. Die persönliche Veranlagung spielt eine wichtige Rolle. Menschen, die selbst psychotische Beschwerden haben oder bei denen Schizophrenie in der Familie vorkommt, wird daher vom Cannabiskonsum abgeraten.

Risiken beim Rauchen von Cannabis

Beim Verbrennen von Cannabis entstehen Rauch und Verbrennungsprodukte, die die Atemwege schädigen können. Cannabisrauch kann unter anderem Husten, Atembeschwerden und Reizungen der Atemwege verursachen. Auch ohne Tabak belastet das Rauchen von Cannabis die Lunge.

Wird Cannabis zusammen mit Tabak geraucht, kommen die Risiken von Tabakrauch und Nikotin hinzu. Nikotin macht zudem abhängig.

Cannabis während der Schwangerschaft

Vom Cannabiskonsum während der Schwangerschaft wird abgeraten. Studien haben unter anderem ein niedrigeres Geburtsgewicht festgestellt. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf mögliche Auswirkungen auf die spätere Entwicklung, darunter Hyperaktivität sowie Probleme mit Gedächtnis und Aufmerksamkeit.

Nicht alle möglichen Folgen des Cannabiskonsums während der Schwangerschaft sind gleichermaßen eindeutig belegt. Aufgrund der möglichen Risiken wird empfohlen, während der Schwangerschaft auf Cannabis zu verzichten. Auch während der Stillzeit wird vom Cannabiskonsum abgeraten.

Wer schwanger ist, schwanger werden möchte oder stillt, sollte Fragen zum Cannabiskonsum am besten mit einem Arzt besprechen.

Cannabis und Straßenverkehr

Cannabis beeinträchtigt die Reaktionsfähigkeit, Konzentration und Koordination. Auch das Einschätzen von Entfernungen und Geschwindigkeiten kann schwieriger werden. Dadurch steigt das Risiko eines Verkehrsunfalls.

Unter dem Einfluss von Cannabis am Straßenverkehr teilzunehmen, ist strafbar. Auch wenn du dich nicht mehr high oder stoned fühlst, bedeutet das nicht automatisch, dass du bereits wieder sicher fahren kannst oder dass THC nicht mehr nachweisbar ist.

Richterhammer auf Cannabisblättern als Symbol für Cannabisgesetze

Kann Cannabis abhängig machen?

Ja. Cannabis kann abhängig machen, auch wenn nicht jeder Konsument eine Abhängigkeit entwickelt. Das Risiko steigt bei häufigem und langfristigem Konsum.

Bei regelmäßigem Konsum kann sich eine Toleranz entwickeln. Der Körper gewöhnt sich an die Wirkung, wodurch möglicherweise eine größere Menge Cannabis benötigt wird, um denselben Effekt zu erzielen.

Mögliche Anzeichen für einen problematischen Konsum sind zum Beispiel:

  • häufiger zu konsumieren als ursprünglich geplant;
  • Schwierigkeiten dabei zu haben, den Konsum zu reduzieren oder ganz aufzuhören;
  • ein starkes Verlangen nach Cannabis;
  • weiter zu konsumieren, obwohl dadurch Probleme im Alltag entstehen.

Wer nach langem und häufigem Konsum aufhört, kann Entzugserscheinungen bekommen. Dazu zählen beispielsweise Schlafprobleme, Reizbarkeit, Unruhe, Kopfschmerzen und ein starkes Verlangen nach Cannabis.

Noah van Knippenberg

Noah van Knippenberg

Content-Spezialist Novus Fumus

Noah van Knippenberg schreibt für Novus Fumus über Anbautechniken, Pilze und Smartshop-Themen. Aus seiner Praxiserfahrung heraus übersetzt er komplexe Themen in zugängliche und zuverlässige Informationen.

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