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Hast du bereits eine gebrauchsfertige Flüssigkultur-Spritze zu Hause? Dann wird es Zeit für den wichtigsten Schritt: das Beimpfen (Inokulieren) deines sterilisierten Substrats. Das Arbeiten mit flüssigem Myzel sorgt für eine blitzschnelle Kolonisierung – vorausgesetzt, du arbeitest zu 100 % steril. Sauberkeit ist absolut entscheidend, um Kontaminationen durch Bakterien oder Fremdschimmel zu vermeiden.
In dieser Anleitung erklären wir dir genau, wie viel Flüssigkeit du benötigst, wie du sicher injizierst und welche häufigen Fehler du unbedingt vermeiden solltest. Du hast noch keine Spritze oder suchst nach Nachschub? Wirf direkt einen Blick auf unsere Flüssigkultur-Sets.
Stelle sicher, dass du alle folgenden Materialien griffbereit hast, bevor du anfängst:
Tipp für maximale Sicherheit: Teste deine Flüssigkultur im Zweifelsfall (oder vorsichtshalber immer) zuerst auf einer Agarplatte (Agar-Test). So gehst du sicher, dass deine Kultur rein und keimfrei ist, bevor du sie in eine große Menge wertvolles Substrat injizierst.

Ein detaillierter Blick auf einen erfolgreichen Agar-Test. Das dichte, gefiederte Wachstum weist auf eine sehr gesunde und kraftvolle Pilzkultur hin.
Das Injizieren von mehr Flüssigkeit kann den Kolonisierungsprozess zwar etwas beschleunigen, erhöht jedoch auch den Feuchtigkeitsgehalt in deinem Glas oder Zuchtbeutel erheblich. Zu viel Feuchtigkeit führt schnell zu Schimmel, Bakterienfäule (Wet Spot) und anderen unerwünschten Kontaminationen. Verwende im Zweifelsfall also lieber etwas weniger.
Theoretisch reicht schon ein winziger Tropfen Flüssigkultur aus, damit ein ganzes Substrat am Ende vollständig durchwächst – schließlich enthält jeder Tropfen unzählige lebende Myzelzellen. Dennoch ist davon abzuraten, extrem wenig zu verwenden. Bei einer zu geringen Menge dauert der Kolonisierungsprozess deutlich länger. Je länger große Teile des Substrats unbesiedelt bleiben, desto höher ist die Chance für schädliche Mikroorganismen, sich auszubreiten.
Befolge diese vier Schritte sorgfältig für die höchste Erfolgsquote deines Zuchtprojekts.
Erinnerung: Hast du bereits einen Agar-Test gemacht? Es wird dringend empfohlen, deine Flüssigkultur zuerst auf einer Agarplatte zu testen. Bist du sicher, dass deine Flüssigkeit rein und unkontaminiert ist? Dann fahre direkt mit den folgenden Schritten fort.
Schließe alle Fenster und Türen im Raum, um Luftströmungen zu verhindern. Besprühe deine Arbeitsumgebung großzügig mit 70% Isopropylalkohol und lasse ihn eine Minute einwirken. Wasche deine Hände, ziehe die sterilen Handschuhe an und setze deinen Mundschutz auf. Wische anschließend den Injektionsport oder die Stelle, an der du einstechen wirst, gründlich mit einem sterilen Alkoholtuch ab. Schüttle zum Schluss die Flüssigkultur-Spritze vorsichtig hin und her, um das Myzel gleichmäßig in der Flüssigkeit zu verteilen.
Nimm die Spritze und die Kanüle aus der Originalverpackung. Eine neue Kanüle direkt aus der Verpackung ist ab Werk bereits steril. Du musst sie für die erste Injektion also nicht rotglühend erhitzen. Schraube die Kanüle auf die Spritze, nimm die Schutzkappe ab und du bist sofort bereit zum Einstechen.
Wichtige Ausnahme: Hast du die unbedeckte Kanüle versehentlich mit den Fingern berührt, bist du irgendwo angestoßen oder lag die Kanüle längere Zeit ohne Kappe offen an der Luft? Dann ist die Sterilität aufgehoben. In diesem Fall musst du die Kanüle vor dem Injizieren zuerst durch Erhitzen (Flammensterilisation) sterilisieren und sie 10–15 Sekunden abkühlen lassen. Die Flammensterilisation ist effektiver als die Verwendung von Alkoholtüchern oder 70% Isopropylalkohol. Falls du absolut keine Flamme zur Verfügung hast, ist Alkohol eine Option, aber deutlich weniger ideal. Inokulierst du mehrere Gläser hintereinander? Flammensteriliseere die Kanüle am besten kurz zwischen den Injektionen oder verwende (falls keine Flamme vorhanden ist) ein neues Alkoholtuch.
Steche die saubere Kanüle schräg durch den sterilisierten Injektionsport des Substrats. Spritze einen kleinen Teil der Flüssigkeit an der Innenseite des Glases oder des Beutels herunter. Ziehe die Kanüle nicht aus dem Material, sondern drehe die Spritze vorsichtig in einen anderen Winkel und injiziere erneut etwas Flüssigkeit. Indem du die Flüssigkeit in drei oder vier verschiedene Richtungen verteilst, schaffst du mehrere Startpunkte für das Wachstum.
Ziehe die Kanüle nach dem Injizieren in einer flüssigen Bewegung aus dem Injektionsport. Bei einem „Self-Healing“-Port verschließt sich das Loch von selbst und du musst nichts weiter tun.
Hat dein Zuchtbeutel oder Glas keinen Self-Healing-Injektionsport? Wichtig ist, dass du wartest, bis der Alkohol vollständig verdunstet ist – klebe erst danach den mitgelieferten Sticker über das Loch. Wenn der Alkohol nicht komplett verflüchtigt ist, haftet der Klebstoff nicht und der Sticker löst sich ab, was das Kontaminationsrisiko enorm erhöht. Falls du keinen speziellen Filter-Sticker hast, funktioniert ein Stück Micropore-Tape ebenfalls hervorragend als Alternative.
Platziere dein beimpftes und gut verschlossenes Substrat schließlich an einem sauberen, dunklen Ort bei einer konstanten Raumtemperatur von 21 °C bis 23 °C.

Ein Überblick in einer Laborumgebung. Die Petrischalen im Vordergrund zeigen Agar-Tests zur Überprüfung der Kulturreinheit, bevor die großen Gläser im Hintergrund beimpft werden.
Ist dies deine erste Zucht und möchtest du zuerst etwas Erfahrung sammeln, bevor du mit sterilen Kanülen und Getreidesubstrat arbeitest? Das ist eine kluge Entscheidung! Für Anfänger ist ein gebrauchsfertiges Zauberpilz-Growkit die perfekte Möglichkeit, sich ganz entspannt mit dem Zuchtprozess vertraut zu machen.
Bei einem Growkit überspringst du den Inokulationsprozess nämlich komplett. Das Substrat ist bereits vollständig mit starkem Myzel durchwachsen, sodass du das Kit nur noch aktivieren musst. Ideal für die ersten Schritte!
Entscheide dich für einen einfachen Start und entdecke direkt unsere kompletten Zauberpilz-Growkits. Bist du schon einen Schritt weiter und bereit für das echte Handwerk? Shoppe hier deine Flüssigkultur-Sets!
Noah van Knippenberg
Content-Spezialist Novus Fumus
Noah van Knippenberg schreibt für Novus Fumus über Anbautechniken, Pilze und Smartshop-Themen. Aus seiner Praxiserfahrung heraus übersetzt er komplexe Themen in zugängliche und zuverlässige Informationen.
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